Content Marketing (CM) heißt, durch Kompetenz zu punkten. Statt Kunden über Werbung von den eigenen Marke, den Kompetenzen  und Produkten zu überzeugen, geschieht dies im Content Marketing über hochwertige, nützliche, unterhaltsame und vor allem auch empfehlenswerte Inhalte, die im Internet kostenlos vom Umternehmen zur Verfügung gestellt werden.

Menschen suchen im Web nach Inhalten, nicht nach Werbung.

Das Unternehmen, die Marke und die Produkte stehen dabei erst einmal im Hintergrund. Vielmehr sollen durch die Inhalte Mehrwerte für die Kunden generirt und im Idealfall Themenwelten besetzt werden. So wird das Unternehmen indirekt als Kompetenzträger positioniert.

Content Marketing heißt überzeugen statt überreden.

Das Ziel ist Folgendes: User werden zu Kunden, Kunden werden zu Stammkunden, aus der Marke wird ein Medium.

Das Prinzip des Content Marketing ist also schon “ein alter Hut“. Beispielsweise bieten die eher als bieder geltenden Modelleisenbahn-Hersteller Märklin mit dem Märklink-Magazin oder Fleischmann/Roco mit dem Modelleisenbahn-Report hochwertigen Inhalt, der monatlich im Zeitschriftenhandel landet. Die Kernkompetenz darf man ruhig in der Produktion der Modelle vermuten und nicht im Mediengeschäft. Durch die Kundenzeitschriften findet aber eine hohe Bindung an die Marke statt.

Gerade jetzt und in den nächsten Jahren findet ein nachhaltiger Boom im Internet statt, da nun über die etablierten Social Media Kanäle eine virale Verbreitung der Inhalte leichter ist als jemals zuvor. Auch die Inhaltsproduktion in Form von Texten, ebooks, Videos die per Screencapture-Software aufgenommen werden, Webinare, Infografiken, usw. ist selbst für Kleinunternehmen und Freiberufler eher eine Frage des Fleisses bzw. des Know-hows im Outscourcing. in den USA, die uns bei Webtrends in der Regel ca. 3 Jahre voraus sind, ist Content Marketing mittlerweile ein fester Bestandteil im Marketing-Mix, sowohl bei B2C- als auch bei B2B-Unternehmen.

Ein wichtiger Nebeneffekt ist, dass Suchmaschinen ebenso wie User hochwertige Inhalte lieben. Durch CM ist es möglich, Markenwebseiten und Unternehmens-Blogs auf den vorderen Plätzen in Google & Co. zu positionieren.

Beispiele für Content Marketing im Web

Content Marketing Beispiel Schwarzkopf.de

Content Marketing Beispiel Schwarzkopf.de

Aber durch Content Marketing lassen sich auch ganz neue Geschäftsfelder erschließen. ein extremes Beispiel hierfür ist die Marke Red Bull, die mittlerweile eher einem Medienimperium denn einem Getränkehersteller entspricht. Dazu gehören TV-Sender, diverse Webseiten, Mobile Apps und das Magazin The Red Bulletin. Ein Beispiel aus Deutschland ist die Rewe-Gruppe, die mit der Publikumszeitschrift Laviva ein eigenes Lifestyle Magazin inkl. Coupons auf den Markt gebracht hat. Auch die Marke Schwarzkopf aus dem Hause Henkel wird gerne als Paradebeispiel für CM ausgewiesen. Hier fällt schon bei dem Slider auf der Startseite auf, dass es nicht um Haarspray und Schampoo geht, sondern um Frisurentrends, Haarpflege, Styling, how-to-Videos und vieles mehr. Hier zeigt sich das Zeil von Henkel, das Thema Haare im Web zu besetzen, was meines Erachtens auch vortreffend gelungen ist. Die Webseite braucht den Vergleich mit professionellen Mediaportalen nicht scheuen. Im Gegenteil. Diese Seite ist vollkommen Anzeigenfrei. Immerhin war die Seite bei meiner letzten Prüfung im Februar 2013 auf Platz 7 für den Begriff “Haare”, bei immerhin über 10 Millionen Google-Treffern. Die Seite ist aber auch erst zwei Jahre online. Seit dem Umbau der “herkömmlichen” Unternehmenspräsenz hin zur Content-Marketing Plattform haben sich die Besucherzahlen 15-fach erhöht. Ebenso ist die Verweildauer deutlich gesteigert worden. Eigentlich nicht verwunderlich.

Menschen suchen nach Themen und Anwendungen, nicht nach Produkten.

Manche sagen auch, durch Content Marketing wird Marketing erst richtig erwachsen. Vom Werber entwickelt man sich zum Berater, vom Anzeigenschalter zum Publisher. Es geht, wie eingangs schon erwähnt, darum, Inhalte über die geredet wird, dem Leser, Nutzer und Interessenten kostenlos anzubieten und ihm so mit der Marke bekannt zu machen. Das Ziel ist in erster Linie der Vertrauensaufbau. Ein wichtiger psychologischer Effekt besteht auch darin, dass Menschen immer zum Gleichgewicht tendieren. Und wenn ich auf der einen Seite etwas geschenkt bekomme, fällt der Griff im Supermarkt-Regal eher zum eigenen Produkt, statt zum günstigeren Plagiat. Ansonsten meldet sich bei vielen irgendwann das schlechte Gewissen.

Haben Sie jemals beim ersten Date einen Heiratsantrag bekommen?

Sicher nicht. Aber die meisten Unternehmenswebseiten funktionieren nach diesem Schema. Kaum ist der User auf der Seite, wird er mit Produktangeboten überschwemmt. Angebote hier, Special Offers dort, Newsletter-Anmeldung da. Und wenn er die Seite schließen will, kommt noch ein “Stop – Bevor Sie diese Seite verlassen, schauen Sie sich noch dieses Angebot an”-Plugin auf den Bildschirm geladen. Kein Ladengeschäft würde sich soetwas erlauben, aber im Web haben einige Seitenbetreiber jedwede Hemmungen verloren.

Content Marketing für B2B und Nischenseiten

Content Marketing für B2B

Content Marketing im B2B Markt

Der auf Lötmaterialien spezialisierte amerikanische Hersteller “Indium Corporation” hat bewiesen, dass Content Marketing auch für kleine Unternehmen erfolgreich eingesetzt werden kann.Das B2B Unternehmen bietet unter der Devise “Frome One Engineer to Another” Spezialwissen mit Kunden und Interessanten aus. Zunächst wurden die am häufigsten gesuchten Schlagworte auf der Webseite identifiziert und dafür eigene Unterseiten eingerichet. Laut Aussagen des Unternehmens hat das zu einem starken Anstieg von Leads und dadurch zu mehr Umsatz geführt. Und diese Informationen kann jede Webseite, jedes Unternehmen einfach ermitteln. Shares, Klicks, Verweildauer, Downloads, usw. lassen sich leicht messen und geben Aufschluss über das Interesse der User. Diese Erkenntnisse lassen sich auch für Optimierungen, als Grundlage für Marktforschung oder sogar Produktneueinführungen gewinnen.

Die neue Markttransparenz im Internet zwingt die Unternehmen zu Ehrlichkeit.

Im “Bewertungszeitalter” bringt es nichts mehr, durch Werbung Scheinwelten einer Marke aufzubauen. Immer mehr Kunden nutzen Bewertungsportale wie qype, yelp oder auch Google sowie natürlich die führenden Social Mediaplattformen wie facebook, Twitter oder Google+, um Ihre Erfahrungen mit Produkten und Services der Unternehmen mit der Öffentlichkeit zu teilen.

Zudem zählt nicht mehr nur das Sein, sondern auch die Werte, für die ein Unternehmen steht. So versuchen auch hierzulande immer mehr Marketingverantwortliche, ThemenweltenKompetenzfelder oder eine Werthaltung zu besetzen.

Vorteile von Content Marketing

Vorteile von Content Marketing

Zum Ende dieser Einleitung lässt sich also festhalten, das hochwertige, relevante und nützliche Informationen User anziehen, die Verweildauer und die Response auf der eigenen Seite erhöhen und somit auf die Marke einzahlen. Content Marketing sollte zum wichtigsten Bestandteil im Marketing-Mix werden. Es überredet nicht, es überzeugt.

Erfahren Sie hier in Kürze mehr über Content Marketing Strategien, Umsetzung eines Content Marketing Plans, Tools und Werkzeuge, Praxistipps, Marketing mit kurzfristigen und langfristigen Inhalten, Regeln im CM, ein Team aufbauen und vieles mehr.